Vehicle-to-Home: Strom für das eigene Haus
Das Auto versorgt Ihr Haus, zum Beispiel am Abend mit dem Sonnenstrom, den es tagsüber an der Wallbox geladen hat. Für Einfamilienhäuser ist das der sinnvollste Einstieg.
Energiemanagement und WärmepumpeIhr E-Auto steht die meiste Zeit in der Garage. Mit bidirektionalem Laden wird seine Batterie zum Stromspeicher für Ihr Haus, gefüllt mit Sonnenstrom vom eigenen Dach.

Ein Auto steht im Schnitt mehr als 23 Stunden am Tag. In der Batterie eines E-Autos steckt dabei oft mehr Strom, als ein Einfamilienhaus an mehreren Tagen verbraucht.
Bisher fließt dieser Strom nur in eine Richtung: vom Netz oder von der PV-Anlage ins Auto. Bidirektionales Laden dreht die Richtung bei Bedarf um, und aus dem E-Auto wird ein Teil Ihres Hauskraftwerks.
Bidirektionales Laden bedeutet, dass der Strom zwischen Ladestation und E-Auto in beide Richtungen fließt. Das Auto lädt wie gewohnt, kann die gespeicherte Energie aber auch wieder abgeben: an Ihr Haus, an einzelne Geräte oder ans öffentliche Netz.
Aus dem E-Auto wird so ein Stromspeicher auf Rädern, der mit PV-Anlage und Hausspeicher zusammenarbeitet.
V2H, V2L, V2G
Hinter den Abkürzungen steht immer dieselbe Frage: Wen versorgt die Fahrzeugbatterie? Zusammengefasst heißt das V2X, das X steht für alles, was das Auto mit Strom beliefern kann.
Das Auto versorgt Ihr Haus, zum Beispiel am Abend mit dem Sonnenstrom, den es tagsüber an der Wallbox geladen hat. Für Einfamilienhäuser ist das der sinnvollste Einstieg.
Energiemanagement und WärmepumpeMit der passenden Ersatzstromlösung versorgt die Fahrzeugbatterie bei einem Stromausfall die wichtigsten Stromkreise im Haus, von Kühlschrank bis Heizung.
Notstrom & BlackoutschutzÜber eine Steckdose am Auto oder einen Adapter betreiben Sie einzelne Geräte direkt, etwa Werkzeug im Garten oder die Kühlbox beim Camping. Das beherrschen heute schon viele Modelle.
Das Auto gibt Strom ins öffentliche Netz ab und hilft, es zu stabilisieren. In Österreich stehen Regeln und Tarife dafür erst am Anfang, für Privathaushalte ist das noch Zukunftsmusik.
Damit Strom aus dem Auto wieder ins Haus fließt, müssen vier Bausteine zusammenpassen. Fehlt einer davon, lädt das Auto nur in eine Richtung.
Der Hersteller muss das Entladen der Batterie erlauben. Noch sind das nur wenige Modelle, viele Autohersteller öffnen ihre Schnittstellen erst nach und nach.
Eine gewöhnliche Wallbox lädt nur in eine Richtung. Für das Zurückspeisen braucht es eine Ladestation, die beides kann, meist als Gleichstrom-Lader.
Auto und Ladestation verständigen sich über die Norm ISO 15118-20. Beherrschen beide sie, funktioniert die Abstimmung ohne Bastellösung.
Es entscheidet, wann das Auto lädt und wann es Strom abgibt, und sorgt dafür, dass morgens trotzdem genug Reichweite in der Batterie ist.
Ein Beispiel: Tagsüber lädt Ihr E-Auto mit Sonnenstrom vom eigenen Dach. Am Abend, wenn die PV-Anlage nichts mehr liefert, gibt das Auto einen Teil davon an Kühlschrank, Herd und Licht ab. Der Strom, den Sie sonst teuer aus dem Netz gekauft hätten, kommt aus Ihrer eigenen Garage.
Wie viel Reichweite dabei im Auto bleibt, legen Sie selbst fest, zum Beispiel, dass morgens immer genug Ladung für den Weg zur Arbeit in der Batterie ist.
Ob sich bidirektionales Laden lohnt, hängt davon ab, wie viel Sonnenstrom Sie erzeugen, wann Ihr Auto zuhause steht und wie viel Strom Sie abends brauchen. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts könnten E-Auto-Fahrer ihre Stromrechnung mittelfristig um bis zu 780 Euro im Jahr entlasten.
Eine pauschale Zahl für Ihr Haus wäre trotzdem geraten. Erst der Blick auf Ihren Verbrauch, Ihre PV-Anlage und Ihre täglichen Fahrten zeigt, wie viel das Auto bei Ihnen tatsächlich beitragen kann.
Ein Hausspeicher bleibt trotzdem sinnvoll: Er ist immer da, auch wenn das Auto gerade unterwegs ist.
Die Technik ist da: Speicherhersteller wie Sigenergy haben nach eigenen Angaben schon mehr als 100 Automodelle bidirektional getestet. Was noch bremst, sind die Autohersteller, die ihre Batterien erst nach und nach freigeben, und die Regeln für die Einspeisung ins öffentliche Netz.
Für Sie heißt das: Wer jetzt eine Wallbox, eine PV-Anlage oder einen Speicher plant, sollte bidirektionales Laden gleich mitdenken. Wie die Elektroinstallation heute ausgelegt wird, entscheidet später darüber, ob die Nachrüstung einfach oder aufwendig wird.
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